Beit Emmaus – Palästina: Behinderte Kinder und Senioren

Beit EmmausEingangsbereich

Im palästinensischen Qubeibe, einem kleinen Dorf in der Westbank nur wenige Kilometer von den Mauern Jerusalems entfernt, findet man Beit Emmaus, ein Haus der Hoffnung für alte und behinderte Palästinenserinnen. Es ist dies eine kleine Oase inmitten der Orientierungslosigkeit der Not leidenden Bevölkerung in den Palästinensergebieten jenseits der Mauern von Jerusalem, die sich im erbitternden Kampf um die Grundbedürfnisse des täglichen Lebens mit ihren Alten und Behinderten vielfach überfordert fühlen.

Ein Stück Lebensqualität in der Geborgenheit einer Gemeinschaft

Wer das Glück hat, hier Aufnahme zu finden, der kann beruhigt noch ein paar sorgenfreie, friedliche Jahren erleben, wissend, dass er hier liebevoll umsorgt und gut betreut wird, wenn seine Kräfte schwinden und er auf der Pflegestation das Ende seiner Tage abzuwarten beginnt. Für viele alte Palästinenserinnen ist diese Gemeinschaft noch ein kleines Stück Lebensqualität, auf die sie in ihrem familiären Umfeld verzichten müssten.

Beit Emmaus, ein Alten- und Behindertenheim in deutscher Hand, wurde vom deutschen Verein vom Heiligen Land ins Leben gerufen und wird von Salvatorianerinnen betreut und von Schwester Hildegard Enzenhofer schon seit vielen Jahren geleitet. Sie ist mit den Gegebenheiten der palästinensischen Seite Israels vertraut und Brotgeberin für so mancher Dorfbewohner, Koch oder Helfer im Haus.  

Grausame Vorgeschichten von Behinderten

Zu den Seniorinnen, die hier leben, finden auch körperlich und geistig Behinderte ein Stück heimatliche Geborgenheit, die sie von zu Hause kaum gekannt haben. Viele von ihren wurden als Schande von ihren Familien empfunden und als unliebsam oder lästig abgeschoben. Manche hatten schon einen langjährigen Leidensweg hinter sich.

Auf einem der hier beigefügten Fotos findet man die verstümmelten Füße von Shafiqa, einer jungen, geistig Behinderten, die man in einem feuchten Keller weggesperrt hatte. Dort haben Ratten ihre Zehen anzufressen begonnen. Auch wenn sie geistig etwa auf der Stufe einer Fünfjährigen steht – auch eine Fünfjährige leidet, wenn sie bei lebendigem Leib von Ratten angefressen wird! In Beit Emmaus aber fand sie eine glückliche Heimat, beinahe von der Hölle in den Himmel, auch wenn sie diese mit vielen anderen Leidensgenossinnen teilen muss. Sie freut sich ihres Lebens, lacht und humpelt mit den anderen Heimbewohnern gerne auf Spaziergängen mit. Sie ist durchaus kein Einzelschicksal, was all die erschütternden Vorgeschichten von Behinderten betrifft

IsraelbildFüße

Paradiesischer Garten im Frühling  

Ein Schutzwall von hohen, dicken Mauern und einem bewachten, elektronischem Tor umgibt Anwesen und umgrenzt auch den großen, weitläufigen Garten, der sich dem Haus anschließt. Er lädt zu geruhsamen Spaziergängen mit den Senioren oder Behinderten ein. Zur Frühlingszeit, wenn alles blüht, ist er ein Stück Paradies mit angenehmen, breiten Wegen und schattigen Bäumen, mit Bänken und Tischen zum Verweilen. Hier können Betreuer und ihre Schützlinge unter dem munteren Gezwitscher der Vögel die Seele baumeln lassen.

Auch das große Haus ist hell und großzügig angelegt. Durch die hohen Fenster flutet viel Licht in die weitläufigen Räume und die Bettenstationen. Im Aufenthaltsraum und Speiseraum finden bisweilen Feste statt, bei denen getanzt wird, wie etwa zu Fasching oder zum Jahreswechsel. Junge und ältere Volontäre und Volontärinnen unterstützen die Schwestern bei ihrer Arbeit oder helfen bei der Betreuung im Garten mit.

Behinderte freuen sich über Süßigkeiten

Besucher sind hier gerne gesehen. Manchmal kommen auch ganze Busse, um hier eine Nachmittagsjause einzunehmen und Beit Emmaus kennen zu lernen. Es gibt auch kleine Souvenirs zu kaufen, die das Haushaltsbudget des Heimes ein wenig aufbessern. Die Heiminsassen, vor allem die Behinderten, die vielfach auf geistigen Stufen von kleineren oder auch schon größeren Kindern stehen, freuen sich über Süßigkeiten als Mitbringsel.

Welcome to Beit Emmaus

Wer das faszinierende Land Israel bereist, das Land so voller Gegensätze, sollte es nicht versäumen, auch einen Abstecher von Jerusalem jenseits der Mauern nach Qubeibe, Beit Emmaus, zu machen. Die Begegnung mit den Schwestern, den Volontären und Heiminsassen, dem schönen Haus und dem Garten, wird eine unvergessliche Erfahrung sein. Hier weht ein Geist des Friedens, der Freiheit und der Toleranz! Hier gestaltet sich das Zusammenleben von Moslems und Christen harmonisch. Hier wird jeder in seinem Menschsein angenommen, ganz gleich welcher Herkunft er ist oder welche Religion er hat. Wer hier her kommt, dem strecken sich alle Hände zum „Welcome“ entgegen Man kann sich nur wünschen, dass dieser Geist sich eines Tages über ganz Israel ausbreiten wird und Frieden über das Land hernieder senkt.

                                                                             IsraelbildAufeinhaltsraum   IsraelFotoKrankenzimmer

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>